Frau Pio's Fotogalerie

Beweise

Nachdem ich meine Wunden geleckt und die Bilder gesichtet habe, muss ich bei verblassendem Schmerzgedächtnis zugeben, dass es sich sich gelohnt hat. Aber bevor die hübschen Bilder folgen, möchte ich noch kurz im Selbstmitleid schwelgen und den geneigten Leser hierzu einladen. Also folgt mir auf und ab durch das Elbsandsteingebirge:

achtung! stufe!

weiter geht's

Der Kuhstall...

und dann ist Schluss mit hoch und runter. Es geht zurück ins Flachland. Der Kuhstall soll im Gegensatz zu Lilienstein und Schrammstein einfach und anspruchslos sein. Es soll eine Himmelsleiter hoch gehen. Mir schwant Böses bei dem Wort, welches sich aus Himmel und Leiter zusammensetzt. Egal, auch das wird zu überstehen sein und mit kompletter Ausrüstung in Angriff genommen *stöhn*.

Schrammstein

Da ich heute morgen auf die harte Tour lernen musste, dass ich allein mein Equipment auf den Gipfel tragen muss, entschied ich mich dazu, die leichteste und kleinste Kombi mit auf den Schrammstein zu nehmen. Die kleine hatte damit gleich ihre Bewehrungsprobe ohne doppelten Boden und ich muss sagen, sie hat es gut gemacht. Mit einem Gepäck von gefühlt drei Kilogramm war der Aufstieg zu allem anderen, was ich gestern und heute im Elbsandsteingebirge erleben durfte ein Spaziergang. Dennoch taten mir nach den insgesamt 5 Stunden Auf- und Abstieg mit gelegentlichen Fotopausen die Fußsohlen ordentlich weh (und tun es noch). Keine Ahnung wie ich nach den beiden Tagen morgen nochmal eine, wenn auch wesentlich kürzere, Wanderung hinter mich bringen soll. Und so wie ich das Elbsandsteingebirge kennengelernt habe, wird wohl auch eine kleine Wanderung erhebliche zu überwindende Höhenmeter mit sich bringen. Na dann gute Nacht.

Wo?

Wart ihr *große Augen mach*. Keiner da am Treffpunkt um 5:15 Uhr, um meine Ausrüstung zu tragen. Na gut, Mund abputzen und weiter machen.

Es hieß also die gesamten 15 kg dem Lilienstein hochzuwuchten. Nach den ersten 20 Schritten war mir klar, dass ich das nie im Leben schaffe. Der Schein der Kopflampe erleuchtete in einem perfekten Runden Kegel den Boden vor meinen Füßen und ich wollte nur zurück ins Bett. Ging aber nicht, also weiter, Fuß vor Fuß setzen. Und ich komme in meinen Trott und wie ein Marathonläufer finde ich mein Tempo und stelle einen Fuß vor den anderen und irgendwie schaffe ich es, auch wenn stöhnen, jammern und lautes rhythmisches Atmen meine Begleiter bis zum Gipfel sind.

Endlich ist es vollbracht und es erwartet uns ein windiger, eisiger, nebliger Sonnenaufgang. Die Strapazen des Aufstieges sind vergessen, sobald das Morgenrot zu sehen ist. Ein perfekter Start in den Tag.

Scherpa dringend gesucht

Es kam, wie es kommen musste, es wurden beide Systeme hochgeschleppt. Puh. Das war nicht vergnügungssteuerpflichtig. Aber eine kleinen Kompromiss war ich eingegangen. Das schwere Tele blieb in der Basisstation.

Der Aufstieg beginnt mit mehreren schmalen Sepentinen mit gefühlten 20 % Steigung. Der Oberkörper ist also fast parallel zum Erdoden, die Fußstellung gleicht einem Skispringer. Nach gefühlten 300 Höhenmetern wird der Weg flacher und gleicht sich der Atmung an. Der unkundige Bergsteiger frohlockt. Aber leider zu früh.

Das flache Stück ist gerade lang genug, um die Luft für den wahren Aufstieg auf den Lilienstein mit halbwegs gefüllten Lungen zu beginnen. Denn es folgen weitere 600 Stufen (wenn ich dem glücklich nach unten hüpfenden Jungen glauben kann) bis zum Gipfel. Der Weg ist steil und für die Beachtung der sehenswürdigen Laubfärbung ist keine Kraft da. Es gibt nur ein Ziel: Ankommen und zu Atem kommen.

Und tatsächlich, ich schaffe es. Die Ausblick ist toll und das Licht phantastisch. Die Zeit vergeht schnell, der Sensor füllt sich. Die Ergebnisse werden hier gezeigt, wenn die Uploadzeit die Aufstiegszeit nicht übersteigt.

Als die Sonne am untergehen ist, wird der Abstieg in Angriff genommen. Und siehe da, auch das ist kein Kinderspiel und geht in die Knie. Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, dann lieber runter als hoch. Nur leider...

geht es morgen in Erwartung von Frühnebel vor Sonnenaufgang wieder hoch. Zusätzlich zum heutigen Gepäckt kommt ein zweites Stativ und das schwere Tele mit *stöhn* 5:15 Uhr ist Abmarsch. Dann erstmal gute Nacht.

Achso, um den Bogen zur Überschrift zu bekommen. Wer für wenig bis gar kein Geld aber für meine tiefste Dankbarkeit die  Ausrüstung hochtragen möchte ist gerne eingeladen, sich morgen früh 5:15 Uhr am Treffpunkt einzufinden. Sollten sich mehrere Freiwillige melden, gibt es die Möglichkeit, die Ausrüstung zu teilen oder abwechselnd tätig zu werden. Also auf geht‘s! Bis morgen und gute Nacht.